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Das Schweigen

Eine subjektive Untersuchung der Gründe zu schweigen

„In der Stadt, im Meer taucht Atom heute auf, um Menschen zu schützen
Atom, das energische Kind aus der Wissenschaft, ist Freund mit Allen.“
Japanisches Titellied von Atom Boy 1963.
Atom Boy wurde in der englischen Fassung zu Astro Boy.

VideoAusschnitte > Das Schweigen + EXTRA
Presse
Fernsehen und schweigen… [mehr] – Jessica Zeller / Die tageszeitung / 25.03.13
Fernsehen als Beruhigungsmittel… [mehr] Christin Odoj / Neues Deutschland / 27.03.13
LINK  > Vierte Welt Archiv

Nach der Katastrophe am 11. März 2011 wurde ausführlich über Gelassenheit und Ruhe der Japaner in den ausländischen Medien berichtet. Zur Erklärung wurden die japanische Mentalität, Buddhismus und Shintoismus, herangezogen. Doch die realen Gründe sind vielleicht ganz andere.

Ich bin in Japan aufgewachsen, meine Eltern leben immer noch dort. Am 11. März 2011 war ich zu Besuch in Japan und in der 10. Etage eines Kaufhauses in der Shinjuku-Station der Bahn, Tokyo, als das Erdbeben einsetzte. In einer Durchsage wurden alle Kunden beruhigt, das Kaufhaus sei sicher.

Ich lief auf die Straße. An der Bahnstation erfuhr ich, dass keine Züge mehr aus der Stadt  fuhren. Auf der Straße schickte man uns in den Park, von dort aus würde Hilfe organisiert. Im Park, befanden sich viele Angestellte, die die Büros der Wolkenkratzer in Shinjuku verlassen hatten. Es gab aber keine Hilfe. Ein Polizist sagte, das Bezirksamt habe entschieden, dass jedes Büro sich um seine Angestellten selbst kümmern solle. In dem Park waren aber auch etliche Leute, die in keinem Büro angestellt waren.

©Lea Nagano
©Lea Nagano

Das Haus meiner Eltern befindet sich ca. 200 km südwestlich von Fukushima. Ich genoss den Duft der Pflaumenblüte und Gemüse, das mein Vater im Garten angebaut hatte. Als ich aus Deutschland Emails bekam, die nach meinen Befinden und dem meiner Familie fragten, war ich verwundert, denn wir waren so weit weg von der Unglücksstelle. Drei Wochen lang sah ich mit meinen Eltern wenig fern, weil die Nachrichten über das Erdbeben und den Tsunami so traurig waren. Anderseits langweilten uns die Berichte über die AKWs, an deren Sicherheit wir glaubten. Ich habe erst Ende März -zurück in Deutschland- vom wirklichen Ausmaß der Katastrophe erfahren.

Nach und nach kamen Nachrichten aus Japan über Medienzensur. Ein Fernsehschauspieler hatte an der Demonstration gegen AKWs teilgenommen. Er wurde an seinem Arbeitsplatz gekündigt. Professoren, die etwas Negatives über Fukushima berichtet hatten, erhielten Warnungen der Universität. Einem Journalisten, der sich kritisch geäußert hatte, wurde gekündigt und seine Fernsehserie beendet.

Die Regierung entschied, dass die Bewohner in die kontaminierte Zone zurückkommen und zusammenarbeiten sollten, um sie zu säubern. Man gab den Kindern demonstrativ Essen aus Fukushima als Schülerspeisung. Einer Mutter, die ihrem Kind lieber selbstgemachtes Mittagessen aus einer anderen Region mitgegeben hatte, bekam Vorwürfe deswegen. Ganz zu Schweigen von den Leuten die nicht zurück in ihre Heimatorte wollten.

Ich habe Zweifel, ob wir in Japan die Möglichkeit haben, uns über Dinge kontrovers eine Meinung zu bilden. In Japan gibt es immer nur eine richtige Antwort bei einer Prüfung. Genauso gibt es nur eine richtige Meinung. Wenn man Fehler macht, gibt es keine Chance mehr. Warum?

Nach dem 2. Weltkrieg herrschte eine breite ablehnende Stimmung in Japan gegen die USA, die Kriegssieger, Besatzer und die Verantwortlichen für die Opfer von Hiroshima und Nagasaki waren. Diese Stimmung änderte sich drastisch durch die Medien.

Als ich Kind war, hatten dann fast alle Familien ein Fernsehen. Ich bin mit Animation aufgewachsen. Eines der bekanntesten Mangas/TV-Animationen in meiner Kindheit, mit dem wir alle groß geworden sind, war „Atom Boy“. Es zeigt das Wohlstandsleben in der Zukunft durch Fortschritt und Technologie. Das Herz von Atomboy, seine Energie, war ein kleines AKW.

Premiere: 21.März, Vierte Welt, Berlin

Von und mit Ren Saibara | Dramaturgie Heike Pelchen |Photo/Video Lea Nagano |
Oeil Exterier Eva Plischke |Technik Oliver Szewc

Gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin -Senatskanzlei- Kulturelle Angelegenheiten

Das Schweigen –EXTRA–

100° Berlin, 22. Feb. 2013, HAU1 

VideoAusschnitte
Video > Das Schweigen -EXTRA-

„Wespe Musashi ist gestorben auf dem sonnigen Ackerland.
Es war ein Weizenähren flimmernder Nachmittag in den fernen Bergen.
Wespe Musashi, Draufgänger, kämpfte gegen die Sonne und verlor.“ (Ein Schlager 1972)

©Christopher Hewitt
©Christopher Hewitt

In Japan wissen alle wenn sie dieses Lied hören dass es auch einen Misashi gab, einen in Gelehrsamkeit und Kriegskunst bewanderter Samurai. Er ist ein traditionelles Idol als unabhängiger Mann. Im Kopf der Zuhörer bilden der Held und die Wespe eine seltsame Alianz. Nach der Katastrophe in Fukushima wurde über die Gelassenheit und Ruhe der Japaner berichtet und als Kodex des Buddhismus und Shintoismus erklärt. Doch sind die wirklichen Gründe vielleicht ganz andere. Eine Zeitreise mit Schlagern und Anime-Liedern versucht dieses Rätsel zu lösen. Nebenbei erfahren wir: Astroboy hieß ursprünglich Atomboy.

Von und mit : Ren Saibara
Foto und Video: Lea Nagano

Kirsch Blüten

– eine Performance mit Liebesgedichten

©actnetwork
©actnetwork

Du sagtest
Oh, das schmeckt aber sehr gut
Darum wird
Der sechste Juli zu
Meinem Salat-Gedenktag.

Denken Sie, das sind Liebesgedichte? Wieso? Geschrieben wurden sie von 3 japanischen Dichterinnen zwischen 650 n. Chr. und heute. Dichterinnen, die, jede in ihrer Zeit, Selbstverwirklichung suchten.
Wir erkunden die Beziehung zwischen Frauen und ihren Zeiträumen, suchen Zugang zu den instinktiven Kräften der Frauen. Schwerpunkt der Performance ist, die Atmosphären zu schaffen, die die Stimmungen der Gedichte räumlich und zeitlich erlebbar machen.

Von und mit Agnieszka Rozenbajgier, Akemi Nagao,Roman Kohle und Ren Saibara

2009 |100grad Festival |Sophiensaele|Berlin

Das Ödland auf dem Tisch

– Scheitern und Aufstehen –

Als ich schrieb,
das Leben ist einfach nur eine Frage,
sah ich eine Möwe im Februar

©Dirk Dähmlow
©Dirk Dähmlow

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tanka von Shuji Terayama verwendendes Performancestück.
Es zeigt oder begleitet körperliche und geistliche Prozesse vom Scheitern und Aufstehen eines Mannes.
Ein Tanka ist eine vor 1300 Jahren entstandene, reimlose japanische Gedichtform mit 31 Silben, die sich bis heute weiter entwickelt. In ihr schließt der Dichter alles, was geschehen ist, was er durch seine fünf Sinne in der Welt fühlt und denkt, gleichzeitig ein.

Von und mit Maik Reif, Katrin Riedel, Christiane Marx und Ren Saibara

2008 |100grad Festival |Sophiensaele

Mein München

 – was haben wir hier verloren?

©Die Bairische Geisha
©Die Bairische Geisha

2007 | Die Bairische Geisha| PATHOS transport theater| München
Einladung zum Impulse Festival 2007
Einladung zum Cut and Paste Festival im HAU 2008
Gastspiel am Theater Fleetstreet Hamburg

LINK: Die Bayrische Geisha

Impulse Festival 2007
Impulse Festival 2007